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Kaum sinken draußen die Temperaturen, beginnt wieder die Erkältungszeit. Viele versuchen jetzt, sich vor neuen Krankheitserregern zu schützen. Doch bei Gürtelrose greift diese Strategie zu kurz: Das verantwortliche Virus tragen die meisten Erwachsenen längst unbemerkt in sich. Selbst Jahre oder Jahrzehnte später kann es eine Gürtelrose auslösen – mit möglichen schweren Folgen.
Wenn im Herbst Erkältungen und Grippe die Runde machen, denken viele vor allem an eines: bloß nicht anstecken. Bei Gürtelrose ist das anders. Die Erkrankung entsteht in der Regel nicht durch eine neue Ansteckung, sondern wenn ein Virus wieder aktiv wird, das längst im Körper schlummert.
Und das betrifft fast jeden: Über 95 Prozent der Erwachsenen tragen das Gürtelrose-auslösende Varizella-Zoster-Virus in sich. Nicht bei allen bricht die Erkrankung aus. Dennoch erkrankt fast jeder Dritte in Deutschland im Laufe seines Lebens an Gürtelrose. Besonders häufig sind Menschen über 50 betroffen. Trotz dieses Risikos sind 80 Prozent der Impfberechtigten nicht oder nur unvollständig gegen Gürtelrose geschützt.¹
Viele unterschätzen sowohl ihr persönliches Risiko als auch die möglichen Folgen. Laut einer Umfrage stuft rund ein Viertel der Befragten Gürtelrose als „nicht so schlimm“ ein.² Auch die Annahme, nur Hochbetagte seien gefährdet oder ein gesunder Lebensstil schütze ausreichend, ist weit verbreitet.
Dabei ist Gürtelrose mehr als ein harmloser Hautausschlag. Die Erkrankung betrifft auch die Nerven und kann starke Schmerzen verursachen, die mitunter lange anhalten.
Wie hoch ist mein persönliches Risiko? Drei kurze Fragen geben Ihnen eine erste Orientierung, ob bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Gürtelrose-Verlauf besteht.
Das Virus erwacht
Normalerweise hält das Immunsystem das Varizella-Zoster-Virus in einem ruhenden Zustand. Diese natürliche Abwehrfunktion kann jedoch geschwächt werden, etwa durch starken, anhaltenden psychischen oder körperlichen Stress (wie Unfall oder massive Verletzung), chronische Erkrankungen oder altersbedingte Veränderungen des Immunsystems. Ist die körpereigene Abwehr überlastet, gelingt es ihr nicht mehr, das inaktive Virus unter Kontrolle zu halten. Es kommt zu einem Ausbruch der Erkrankung Gürtelrose.
Die reaktivierten Viren wandern aus den Nervenknoten im Rückenmark entlang der Nervenbahnen in Richtung Hautoberfläche. Auf diesem Weg können sie die Nerven schädigen und so die typischen Schmerzen der Gürtelrose auslösen.
Der Körper reagiert mit ersten Anzeichen
Der Verlauf einer Gürtelrose und die Stärke der Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Häufig treten erste Anzeichen bereits auf, bevor der typische Hautausschlag sichtbar wird. In dieser frühen Phase kommt es oft zu sogenannten Vorboten: grippeähnliche Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen oder leichtes Fieber. Diese Symptome werden daher nicht selten zunächst mit einer Erkältung oder Grippe verwechselt.
Im weiteren Verlauf können brennende Schmerzen, Kribbeln, Jucken oder Missempfindungen auftreten. Diese betreffen meist ein klar begrenztes Hautareal und zeigen sich nur auf einer Körperseite. Weitere Symptome sind eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührungen, also eine erniedrigte Schmerzschwelle.
Auftreten des Hautausschlags
Nach etwa drei bis fünf Tagen macht sich die Erkrankung an der Hautoberfläche bemerkbar: Der Hautausschlag breitet sich gürtelförmig – daher der Name Gürtelrose – von der Wirbelsäule zur Vorderseite des Körpers aus, bleibt aber fast immer auf eine Seite beschränkt. Am häufigsten tritt die Gürtelrose am Oberkörper auf, seltener im Nacken-, Arm- oder Bein-Bereich. In Fällen, in denen das Gesicht betroffen ist, werden oft schwere Verläufe beobachtet. Die kleinen Bläschen jucken, brennen oder schmerzen und füllen sich im Verlauf mit Flüssigkeit. Wenn Bakterien (z. B. durch Aufkratzen) in die offenen Wunden gelangen, entzündet sich die Haut zusätzlich. Platzt ein Bläschen auf, kann es bluten und später verkrusten. Begleitend treten oft starke Nervenschmerzen auf, die als brennend, stechend oder einschießend beschrieben werden.
Die Erkrankung muss behandelt werden
Je früher eine medizinische Behandlung beginnt und die Ausbreitung der Viren gestoppt werden kann, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Deshalb ist schnelles Handeln gefragt: Bei anhaltenden, zunächst unspezifischen Schmerzen oder spätestens beim Auftreten eines Hautausschlags sollte umgehend die hausärztliche Praxis aufgesucht werden.
Eine Behandlung sollte innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome gestartet werden, um die Vermehrung der Viren wirksam zu stoppen. Die frühzeitige Diagnose ist jedoch nicht immer einfach, da die ersten Anzeichen einer Gürtelrose unspezifisch sein können, insbesondere dann, wenn die typischen roten Bläschen zunächst ausbleiben oder sich erst im späteren Verlauf zeigen.
Die Haut verheilt, die Schmerzen können bleiben
Wird rechtzeitig eine geeignete Therapie begonnen, trocknen die Bläschen in der Regel innerhalb von sieben bis zwölf Tagen aus und es bilden sich Krusten. Die Haut heilt meist vollständig ab. Die Nervenschmerzen können jedoch auch nach dem Abklingen des Hautausschlags weiterhin bestehen.
Wer eine Gürtelrose (medizinisch Herpes Zoster genannt) überstanden hat, kann nicht automatisch aufatmen. Bis zu 30 Prozent der Betroffenen und damit fast jeder Dritte entwickelt Komplikationen, vor allem langanhaltende Nervenschmerzen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer Post-Zoster-Neuralgie. Diese brennenden, stechenden oder kribbelnden Schmerzen können auch dann bestehen bleiben, wenn der Hautausschlag längst abgeheilt ist. Sie werden häufig als quälend empfunden, können über Monate oder sogar Jahre anhalten und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Selbst ein Jahr nach der Erkrankung leiden noch zwei bis fünf Prozent der Betroffenen unter starken Beschwerden.
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Mehr InformationenVersteckspiel im Körper – der Trick der Gürtelrose
Gürtelrose kann grundsätzlich jeden treffen, der in seinem Leben bereits an Windpocken erkrankt ist, da es sich um denselben Erreger handelt. Dies gilt unabhängig von der Jahreszeit oder dem direkten Kontakt mit Erkrankten. Auch jüngere Menschen sind nicht ausgeschlossen, und eine Erkrankung kann sogar mehrfach im Verlauf des Lebens auftreten. Dennoch gibt es Personengruppen, bei denen das Risiko für eine Gürtelrose und einen schwereren Verlauf deutlich erhöht ist.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
Sie sind über 60 Jahre alt oder leiden Sie an einer chronischen Erkrankung? Dann lassen Sie sich jetzt zur Gürtelrose-Vorsorge ärztlich beraten!
Eine Gürtelrose-Erkrankung kann schwerwiegender verlaufen, als viele vermuten. Zwar kann eine frühzeitige Medikation im Erkrankungsfall Beschwerden lindern und den Verlauf abschwächen, das Virus selbst verbleibt jedoch dauerhaft im Körper. Entsprechend greifen übliche Hygienemaßnahmen, wie sie zur Vorbeugung anderer Infektionskrankheiten empfohlen werden, hier nicht.
Der Vorsorge kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Wer mögliche Risikofaktoren kennt, kann frühzeitig gegensteuern – auch dann, wenn aktuell keine Beschwerden bestehen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Gürtelrose für:
• alle Menschen ab 60 Jahren
• alle Menschen ab 18 Jahren mit erhöhtem Erkrankungsrisiko, beispielsweise durch eine schwere Grunderkrankung wie Diabetes mellitus, Rheuma, Asthma bronchiale oder COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung)
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Gürtelrose für:
• alle Menschen ab 60 Jahren
• alle Menschen ab 18 Jahren mit einer schweren Grunderkrankung
Besonders, wenn Sie über 60 sind oder eine chronische Erkrankung haben. Denn: Wer gut informiert ist, kann frühzeitig handeln und schwere Krankheitsverläufe vermeiden.
2 Shingles Misconceptions Map Survey (Australia, Brazil, Canada, China, Germany, India, Italy, Japan, Portugal, South Korea, United Kingdom, United States), Pollfish im Auftrag von GSK. 18. August 2023. (Data on file).
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Bilder: GSK
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