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Dmitrij und Björn haben neu gebaut, Tillmann hat saniert. Ohne die Förderung der KfW wären ihre Projekte in dieser Form wahrscheinlich nicht umsetzbar gewesen. Für t-online geben sie wertvolle Tipps und Einblicke in ihre Planung und Finanzierung.
Dmitrij und Björn wollten ein Mehrfamilienhaus errichten, das mit Wärmepumpe, Photovoltaik und hohem Nachhaltigkeitsstandard auch in vielen Jahren noch zeitgemäß ist. Tillmann stand vor einer anderen Herausforderung: ein Gründerzeithaus von 1900 mit hohen Heizkosten zukunftsfähig zu machen. Beide Projekte führen zur selben Frage: Wie lässt sich energieeffizientes Bauen und Sanieren wirtschaftlich rechtfertigen, wenn Planung, Technik und Umsetzung immer teurer werden?
Die KfW ist die Förderbank des Bundes. Sie unterstützt Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen bei Projekten, die Deutschland moderner, klimafreundlicher und lebenswerter machen sollen. Beim Bauen und Wohnen bedeutet das: Wer neu baut, kauft oder saniert, kann unter bestimmten Voraussetzungen zinsgünstige Kredite, Zuschüsse oder Tilgungszuschüsse erhalten. Entscheidend ist aber, früh zu prüfen, welche Förderung zum eigenen Projekt passt.
Die KfW liefert für viele Projekte einen entscheidenden Teil der Finanzierung. Wie das konkret aussehen kann, zeigen die Bauherren in diesem Artikel.
Auf dem Dach ihres neuen Mehrfamilienhauses treffen Vergangenheit und Zukunft unmittelbar aufeinander: Von hier aus blicken Dmitrij und Björn auf ein Schloss, während direkt neben ihnen große Photovoltaik-Panels Energie für einen hochmodernen Neubau erzeugen.
Das Grundstück entdeckten die beiden Bauingenieure Ende 2024 bei einer Online-Recherche. Nach nur einer Besichtigung kauften sie es. Der historische Stadtkern und der Schlosspark liegen nur wenige Gehminuten entfernt. Deshalb sollte sich der Neubau harmonisch in den Ort einfügen und, wie Dmitrij sagt, „im besten Fall auch in 40 Jahren noch schön“ sein.
Doch nicht nur die Architektur sollte langfristig überzeugen. Dmitrij und Björn wollten auch die Nebenkosten für die späteren Eigentümer oder Mieter möglichst niedrig halten und das Gebäude weitgehend unabhängig von fossilen Energien machen.
Alle Komponenten des Energiekonzepts sind genau aufeinander abgestimmt. In den Wohnungen sorgt eine engmaschig verlegte Fußbodenheizung für Wärme, die sich über eine eigene Übergabestation individuell steuern lässt. Für frische Luft sorgt eine automatische Lüftungsanlage. „So bleibt die Luftqualität konstant gut und gegenüber dem klassischen Lüften wird Energie eingespart“, erklärt Björn. Für den regelmäßigen Luftaustausch müssen die Bewohner die Fenster damit nicht mehr öffnen.
Das Ergebnis aller Maßnahmen ist beeindruckend: Der Endenergieverbrauch des Gebäudes liegt bei 12,3 Kilowattstunden pro Quadratmeter und damit bei nur rund einem Zehntel des Verbrauchs einer typischen Wohnung aus den 1980er-Jahren. Dank Photovoltaikanlage und Pufferspeichern kann sich das Haus zudem fast selbstständig mit Energie versorgen.
Der Neubau erreicht damit KfW 40 QNG, die anspruchsvollste Förderstufe des Programms des KfW Förderprogramms 297/298 Klimafreundlicher Neubau. KfW 40 steht dabei für einen besonders niedrigen Energieverbrauch. Der Zusatz QNG bezeichnet das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude. Es berücksichtigt unter anderem Ressourceneffizienz, verwendete Materialien und das nachhaltige Gesamtkonzept. Solche Anforderungen lassen sich nur erfüllen, wenn bereits in der Planung die richtigen Fachleute zusammenarbeiten.
Eine Schlüsselrolle spielt der Energieeffizienz-Experte. Seine Einbindung ist für den Förderantrag erforderlich. Er begleitet die energetische Planung und die Umsetzung des Gebäudes. Über die von der KfW verlinkte Expertensuche lassen sich dafür qualifizierte Fachleute finden. Für KfW 40 QNG kommt zusätzlich ein Berater für Nachhaltigkeit hinzu, der die Anforderungen an das Qualitätssiegel und die Zertifizierung begleitet.
Für Dmitrij und Björn war die KfW-Förderung ein wichtiger Baustein, um ihren hohen Anspruch wirtschaftlich umzusetzen. Bei einem klimafreundlichen Wohngebäude mit QNG sind bis zu 150.000 Euro Förderkredit je Wohneinheit möglich. Auch die Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung können mitfinanziert werden. „Durch die Förderung können wir Wohnungen nach höchstem energetischem Standard bauen und sie gleichzeitig für die Käufer bezahlbar halten“, sagt Dmitrij.
Zinsbeispiel für einen Kredit über 100.000 Euro für den Bau eines klimafreundlichen Wohngebäudes: 2,55 % p.a. Sollzins und 2,58 % effektiver Jahreszins bei 25 Jahren Laufzeit, einem tilgungsfreien Anlaufjahr und 10 Jahren Zinsbindung.
Bitte beachten Sie: Die Zinskonditionen orientieren sich auch bei Förderkrediten am Kapitalmarkt und werden laufend angepasst. Die Festlegung erfolgt jeweils am Tag der Zusage bei der KfW. Dieser Zinssatz gilt dann für die Dauer der gesamten Zinsbindungsfrist.
Eine Wohnung wird auch als Wohneinheit bezeichnet. Ein Einfamilienhaus gilt zum Beispiel als eine Wohneinheit.
Als Erstkauf (oder Ersterwerb) gilt ein Kauf bis 1 Jahr nach Bauabnahme.
Beispielsweise Notar- und Maklergebühren, Grunderwerbsteuer, Energieberatung oder Bauplanung, etc.
Die Effizienzhaus-Stufe zeigt, wie energieeffizient ein Gebäude im Vergleich zu einem gesetzlich festgelegten Referenzgebäude ist. Je kleiner die Zahl, desto geringer ist sein Energiebedarf. Ein Effizienzhaus 85 benötigt beispielsweise höchstens 85 Prozent der Primärenergie des Referenzgebäudes, ein Effizienzhaus 40 höchstens 40 Prozent.
Welche Stufen gefördert werden, hängt vom Vorhaben ab: Beim klimafreundlichen Neubau fördert die KfW derzeit Effizienzhäuser 55 und 40, bei Sanierungen reichen die regulären Stufen von Effizienzhaus 85 bis 40. Darüber hinaus spielen weitere Förderklassen und Qualitätsanforderungen eine wichtige Rolle. Dazu gehören etwa die Erneuerbare-Energien-Klasse EE bei Sanierungen oder das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude QNG beim Neubau.
180 Euro Heizkosten für eine 45 Quadratmeter große Wohnung: Als Tillmann von der Rechnung eines Mieters erfuhr, war für ihn klar, dass sein Gründerzeithaus grundlegend saniert werden musste.
Das Mehrfamilienhaus von 1900 umfasst sechs Wohnungen auf mehr als 330 Quadratmetern. Gasetagenheizungen, teilweise einfach verglaste Holzfenster und eine schlechte Gebäudehülle machten es zu einem sogenannten Worst-Performing Building, also einem Gebäude der niedrigsten Energieeffizienzklasse.
Zunächst dachte Tillmann über einzelne Reparaturen nach. In einer Wohnung war Schimmel aufgetreten, ein Gutachter hatte eine Kältebrücke entdeckt. Doch eine Teilsanierung hätte das eigentliche Problem nicht gelöst. „Einzelmaßnahmen hätten an dem Kernproblem der mangelnden Energieeffizienz nichts geändert“, sagt Tillmann. Deshalb entschied er sich für eine Komplettsanierung.
Seit Ende 2025 wird das Haus Schritt für Schritt modernisiert. Dabei zeigt sich, dass eine Altbausanierung andere Lösungen verlangt als ein Neubau. Wegen der Holzbalkendecken kann beispielsweise keine schwere Fußbodenkonstruktion eingebaut werden. Die neue Fußbodenheizung wird deshalb in leichter Trockenbauweise verlegt. Eine zentrale Wärmepumpe soll künftig die Gasetagenheizungen ersetzen.
Am Ende soll aus dem energetisch besonders schlechten Gebäude ein Effizienzhaus 70 EE werden. Die Zahl 70 bedeutet, dass es nach der Sanierung nur noch rund 70 Prozent der Energie eines gesetzlich definierten Referenzgebäudes benötigt. Der Zusatz EE steht für die Erneuerbare-Energien-Klasse: Mindestens 65 Prozent des Wärme- und Kältebedarfs werden aus erneuerbaren Energien gedeckt.
Bei einer Komplettsanierung mit dem KfW-Kredit 261 ist der Energieeffizienz-Experte eine zentrale Ansprechperson. Er beurteilt nicht nur den Ausgangszustand des Gebäudes, sondern begleitet das Vorhaben von der Planung bis zum abschließenden Nachweis. Seine Einbindung ist eine Voraussetzung für die Förderung.
Gerade bei einem Gebäude von 1900 ist diese Begleitung wertvoll. Alte Häuser halten oft Überraschungen bereit. Tillmanns Architekt empfiehlt deshalb, Fachleute früh einzubeziehen und für unvorhergesehene Arbeiten einen finanziellen Puffer von zehn bis zwanzig Prozent einzuplanen.
Mit der Bestätigung des Energieeffizienz-Experten geht es zur Hausbank oder zu einem anderen Finanzierungspartner. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen schon vorher stattfinden, der Förderantrag muss aber vor der verbindlichen Beauftragung der Bauarbeiten gestellt werden. Für Tillmann war der KfW-Kredit 261 entscheidend: „Ohne die KfW-Förderung hätte ich mir als privater Vermieter die Sanierung nicht leisten können.“
Zinsbeispiel für einen Kredit über 120.000 Euro für die Sanierung zu einem Effizienzhaus 55: 2,72 % p.a. Sollzins und 2,75 % effektiver Jahreszins bei 20 Jahren Laufzeit, 3 tilgungsfreie Anlaufjahre und 10 Jahre Zinsbindung.
Bitte beachten Sie: Die Zinskonditionen orientieren sich auch bei Förderkrediten am Kapitalmarkt und werden laufend angepasst. Die Festlegung erfolgt jeweils am Tag der Zusage bei der KfW. Dieser Zinssatz gilt dann für die Dauer der gesamten Zinsbindungsfrist.
Wohneinheiten sind in einem abgeschlossenen Zusammenhang liegende und zu dauerhaften Wohnzwecken bestimmte Räume in Wohngebäuden, welche die Führung eines Haushalts ermöglichen (eigener abschließbarer Zugang, Zimmer, Küche/Kochnische und Bad/WC). Als Wohneinheiten in Wohn-, Alten- und Pflegeheimen gelten die Appartements bzw. Wohnschlafräume der Bewohnenden. Küche und Bad können außerhalb dieser Wohneinheiten liegen. In Heimen ist somit für alle Wohneinheiten ein Zugang zu Küche, Badezimmer und Toilette ausreichend. Abweichend davon ist in Pflegeheimen der Zugang zu einer Küche nicht erforderlich.
Der Tilgungszuschuss reduziert den zurückzuzahlenden Kreditbetrag und verkürzt somit die Laufzeit.
Dmitrij und Björn zeigen, wie ein Neubau mit hohem energetischem Anspruch wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Tillmann macht aus einem Gründerzeithaus mit hohen Heizkosten ein zukunftsfähiges Effizienzhaus. Beide Projekte verdeutlichen: Energieeffizientes Bauen und Sanieren beginnt mit einer guten Planung. Die passende Förderung kann dabei den entscheidenden Unterschied machen.
Wer für seinen Neubau bereits eine Baugenehmigung hat, kann derzeit auch die befristete Förderung für Effizienzhäuser 55 prüfen. Sie soll bereits geplante Projekte schneller in die Umsetzung bringen und kann beantragt werden, solange die Bundesmittel reichen, spätestens bis zum 31. Dezember 2026.
Quellen:
https://www.kfw.de/Über-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_886400.html
https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Förderprodukte/Bundesförderung-für-effiziente-Gebäude-Wohngebäude-Kredit-(261-262)/
https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Energieeffizient-sanieren/Das-Effizienzhaus/
https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Förderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngebäude-(297-298)/
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