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t-online erklärt Bauen und Sanieren

Welche KfW-Förderung passt zu meinem Projekt?

t-online erklärt Bauen und Sanieren

Welche KfW-Förderung passt zu meinem Projekt?

Dmitrij und Björn haben neu gebaut, Tillmann hat saniert. Ohne die Förderung der KfW wären ihre Projekte in dieser Form wahrscheinlich nicht umsetzbar gewesen. Für t-online geben sie wertvolle Tipps und Einblicke in ihre Planung und Finanzierung.

Dmitrij und Björn wollten ein Mehrfamilienhaus errichten, das mit Wärmepumpe, Photovoltaik und hohem Nachhaltigkeitsstandard auch in vielen Jahren noch zeitgemäß ist. Tillmann stand vor einer anderen Herausforderung: ein Gründerzeithaus von 1900 mit hohen Heizkosten zukunftsfähig zu machen. Beide Projekte führen zur selben Frage: Wie lässt sich energieeffizientes Bauen und Sanieren wirtschaftlich rechtfertigen, wenn Planung, Technik und Umsetzung immer teurer werden?

Die KfW ist die Förderbank des Bundes. Sie unterstützt Menschen, Unternehmen und Kommunen bei Projekten, die Deutschland moderner, klimafreundlicher und lebenswerter machen sollen. Beim Bauen und Wohnen bedeutet das: Wer neu baut, kauft oder saniert, kann unter bestimmten Voraussetzungen zinsgünstige Kredite, Zuschüsse oder Tilgungszuschüsse erhalten. Entscheidend ist aber, früh zu prüfen, welche Förderung zum eigenen Projekt passt.

KfW-Förderung 2025 in Zahlen

750.000

geförderte Wohneinheiten in Deutschland im Jahr 2025

61 Mrd. Euro

inländische Förderung mit Krediten und Zuschüssen

25,5 Mrd. Euro

Förderung für private Kundinnen und Kunden

137.000

unterstützte Unternehmen

35.000

begleitete Gründerinnen und Gründer

Die KfW liefert für viele Projekte einen entscheidenden Teil der Finanzierung. Wie das konkret aussehen kann, zeigen die Bauherren in diesem Artikel.

Bau und Förderung nach KfW 40 QNG

Neubau eines Mehrfamilienhauses nach höchsten Energiestandards

Neubau eines Mehrfamilien-hauses nach höchsten Energie-standards

Auf der Dachterrasse ihres neuen Mehrfamilienhauses treffen Vergangenheit und Zukunft unmittelbar aufeinander: Von hier aus blicken Dmitrij Kiselev und Björn Strietzel auf das Braunfelser Schloss aus dem 13. Jahrhundert, während direkt neben ihnen große Photovoltaik-Panels Energie für einen hochmodernen Neubau erzeugen.

Das Grundstück entdeckten die beiden Bauingenieure Ende 2024 bei einer Online-Recherche. Nach nur einer Besichtigung kauften sie es. Der historische Stadtkern und der Schlosspark liegen nur wenige Gehminuten entfernt. Deshalb sollte sich der Neubau harmonisch in den Ort einfügen und, wie Dmitrij sagt, „im besten Fall auch in 40 Jahren noch schön“ sein.

Doch nicht nur die Architektur sollte langfristig überzeugen. Dmitrij und Björn wollten auch die Nebenkosten für die späteren Eigentümer oder Mieter möglichst niedrig halten und das Gebäude weitgehend unabhängig von fossilen Energien machen.

Wichtige energieeffiziente Features:

Auf den Kreisen mehr entdecken

Alle Komponenten des Energiekonzepts sind genau aufeinander abgestimmt. In den Wohnungen sorgt eine engmaschig verlegte Fußbodenheizung für Wärme, die sich über eine eigene Übergabestation individuell steuern lässt. Für frische Luft sorgt eine automatische Lüftungsanlage. „So bleibt die Luftqualität konstant gut und gegenüber dem klassischen Lüften wird Energie eingespart“, erklärt Björn Strietzel. Für den regelmäßigen Luftaustausch müssen die Bewohner die Fenster damit nicht mehr öffnen.

Das Ergebnis aller Maßnahmen ist beeindruckend: Der Endenergieverbrauch des Gebäudes liegt bei 12,3 Kilowattstunden pro Quadratmeter und damit bei nur rund einem Zehntel des Verbrauchs einer typischen Wohnung aus den 1980er-Jahren. Dank Photovoltaikanlage und Pufferspeichern kann sich das Haus zudem fast selbstständig mit Energie versorgen.

Der Neubau erreicht damit KfW 40 QNG, die anspruchsvollste Förderstufe des Programms Klimafreundlicher Neubau. KfW 40 steht dabei für einen besonders niedrigen Energiebedarf. Der Zusatz QNG bezeichnet das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude. Es berücksichtigt unter anderem Ressourceneffizienz, verwendete Materialien und das nachhaltige Gesamtkonzept. Solche Anforderungen lassen sich nur erfüllen, wenn bereits in der Planung die richtigen Fachleute zusammenarbeiten.

Expertenteam für einen Neubau der Förderstufe KfW 40 QNG

Hintergrund Person 1 Person 2 Person 3 Person 4 Person 5
Hausbank oder Finanzierungspartner
Berater für Nachhaltigkeit
Fachplaner
Energieeffizienz-Experte
Architekt

Experten für einen Neubau der Förderstufe KfW 40 QNG

Hausbank oder Finanzierungspartner
Berater für Nachhaltigkeit
Fachplaner
Energieeffizienz-Experte
Architekt

Eine Schlüsselrolle spielt der Energieeffizienz-Experte. Seine Einbindung ist für den Förderantrag erforderlich. Er begleitet die energetische Planung und die Umsetzung des Gebäudes. Über die von der KfW verlinkte Expertensuche lassen sich dafür qualifizierte Fachleute finden. Für KfW 40 QNG kommt zusätzlich ein Berater für Nachhaltigkeit hinzu, der die Anforderungen an das Qualitätssiegel und die Zertifizierung begleitet.

Für Dmitrij und Björn war die KfW-Förderung ein wichtiger Baustein, um ihren hohen Anspruch wirtschaftlich umzusetzen. Bei einem klimafreundlichen Wohngebäude mit QNG sind bis zu 150.000 Euro Förderkredit je Wohneinheit möglich. Auch die Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung können mitfinanziert werden. „Durch die Förderung können wir Wohnungen nach höchstem energetischem Standard bauen und sie gleichzeitig für die Käuferinnen und Käufer bezahlbar halten“, sagt Dmitrij Kiselev.

Kredit Nr. 297/298: Klimafreundlicher Neubau

Zinsbeispiel für einen Kredit über 100.000 Euro für den Bau eines klima­freundlichen Wohn­gebäudes: 2,55 % p.a. Sollzins und 2,58 % effektiver Jahres­zins bei 25 Jahren Laufzeit, einem tilgungs­freien Anlauf­jahr und 10 Jahren Zins­bindung.

Bitte beachten Sie: Die Zinskonditionen orientieren sich auch bei Förder­krediten am Kapital­markt und werden laufend angepasst. Die Fest­legung erfolgt jeweils am Tag der Zusage bei der KfW. Dieser Zins­satz gilt dann für die Dauer der gesamten Zins­bindungs­frist.

Zinssatz: ab 1,00 % effektivem Jahreszins

Eine Wohnung wird auch als Wohneinheit bezeichnet. Ein Einfamilien­haus gilt zum Beispiel als eine Wohn­einheit.

Kreditbetrag bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit

Als Erstkauf (oder Ersterwerb) gilt ein Kauf bis 1 Jahr nach Bau­abnahme.

Gefördert werden: Bau und Kauf klimafreundlicher Wohnimmobilien
Zielgruppe: Privatpersonen und Investoren

Beispielsweise Notar- und Makler­gebühren, Grund­erwerb­steuer, Energie­beratung oder Bau­planung, etc.

Vorteil: zinsgünstige Finanzierung inkl. Förderung der Nebenkosten
Laufzeit: bis zu 35 Jahre und bis zu 10 Jahre Zinsbindung

Förderfähige Baustandards im Vergleich

Effizienzhausstufen im Überblick

Effizienzhaus-stufen im Überblick

Die Effizienzhaus-Stufen werden anhand eines gesetzlich festgelegten Referenzgebäudes berechnet.

Vereinfacht gesagt zeigt die Zahl, wie viel Energie ein Gebäude im Vergleich zu diesem Maßstab benötigt: Ein Effizienzhaus 70 kommt mit höchstens 70 Prozent aus, ein Effizienzhaus 40 mit höchstens 40 Prozent. Je kleiner die Zahl, desto energieeffizienter ist das Gebäude. Dmitrij und Björn bauen auf EH-40-Niveau, Tillmann saniert sein Gründerzeithaus zum Effizienzhaus 70. Zusätze wie EE oder QNG kennzeichnen weitere Anforderungen, etwa den Einsatz erneuerbarer Energien oder besondere Nachhaltigkeitskriterien. Sie können für die Voraussetzungen und die Höhe der jeweiligen Förderung eine Rolle spielen.

Effizienzhaus 40
Sehr effizient
Für besonders niedrigen Energiebedarf und höchste Anforderungen.
Primärenergiebedarf
40%
des Referenzgebäudes
Transmissionswärmeverlust
55%
des Referenzgebäudes
Effizienzhaus 55
Effizient
Für niedrigen Energiebedarf und gute Dämmung.
Primärenergiebedarf
55%
des Referenzgebäudes
Transmissionswärmeverlust
70%
des Referenzgebäudes
Effizienzhaus 70
Standard
Effizienzstandards über den gesetzlichen Anforderungen
Primärenergiebedarf
70%
des Referenzgebäudes
Transmissionswärmeverlust
85%
des Referenzgebäudes
Effizienzhaus 85
Einstieg in die Sanierung
Erfüllt Anforderungen an die Energieeffizienz nach GEG
Primärenergiebedarf
85%
des Referenzgebäudes
Transmissionswärmeverlust
100%
des Referenzgebäudes

Vom worst-performing Building zum Effizienzhaus 70 EE

Sanierung eines Mehrfamilienhauses aus der Gründerzeit
Sanierung eines Mehrfamilien-hauses aus der Gründerzeit

180 Euro Heizkosten für eine 45 Quadratmeter große Wohnung: Als Tillmann von der Rechnung eines Mieters erfuhr, war für ihn klar, dass sein Gründerzeithaus grundlegend saniert werden musste.

 Das Mehrfamilienhaus von 1900 umfasst sechs Wohnungen auf mehr als 330 Quadratmetern. Gasetagenheizungen, teilweise einfach verglaste Holzfenster und eine schlechte Gebäudehülle machten es zu einem sogenannten Worst-Performing Building, also einem Gebäude der niedrigsten Energieeffizienzklasse.

Zunächst dachte Tillmann über einzelne Reparaturen nach. In einer Wohnung war Schimmel aufgetreten, ein Gutachter hatte eine Kältebrücke entdeckt. Doch eine Teilsanierung hätte das eigentliche Problem nicht gelöst. „Einzelmaßnahmen hätten an dem Kernproblem der mangelnden Energieeffizienz nichts geändert“, sagt Tillmann. Deshalb entschied er sich für eine Komplettsanierung.

So erreicht das Gründerzeithaus den Effizienzhaus 70 EE-Standard

1

kontrollierte Wohnraumlüftung

2

Fußbodenheizung

3

Tausch der Holzfenster gegen mehrfach verglaste Fenster

4

Dämmung der Außenfassaden

5

zentrale Wärmepumpe mit Frischwasserstation

Seit Ende 2025 wird das Haus Schritt für Schritt modernisiert. Dabei zeigt sich, dass eine Altbausanierung andere Lösungen verlangt als ein Neubau. Wegen der Holzbalkendecken kann beispielsweise keine schwere Fußbodenkonstruktion eingebaut werden. Die neue Fußbodenheizung wird deshalb in leichter Trockenbauweise verlegt. Eine zentrale Wärmepumpe soll künftig die Gasetagenheizungen ersetzen.

Am Ende soll aus dem energetisch besonders schlechten Gebäude ein Effizienzhaus 70 EE werden. Die Zahl 70 bedeutet, dass es nach der Sanierung nur noch rund 70 Prozent der Energie eines gesetzlich definierten Referenzgebäudes benötigt. Der Zusatz EE steht für die Erneuerbare-Energien-Klasse: Mindestens 65 Prozent des Wärme- und Kältebedarfs werden aus erneuerbaren Energien gedeckt.

Ohne Energieeffizienz-Experten keine Förderung 

Bei einer Komplettsanierung mit dem KfW-Kredit 261 ist der Energieeffizienz-Experte eine zentrale Ansprechperson. Er beurteilt nicht nur den Ausgangszustand des Gebäudes, sondern begleitet das Vorhaben von der Planung bis zum abschließenden Nachweis. Seine Einbindung ist eine Voraussetzung für die Förderung.

Was macht der Energieeffizienz-Experte?

Erfasst den Ist-Zustand des Gebäudes
Erstellt das Sanierungskonzept
Begleitet die Umsetzung fachlich
Bestätigt nach Abschluss die erreichte energetische Qualität

Gerade bei einem Gebäude von 1900 ist diese Begleitung wertvoll. Alte Häuser halten oft Überraschungen bereit. Tillmanns Architekt empfiehlt deshalb, Fachleute früh einzubeziehen und für unvorhergesehene Arbeiten einen finanziellen Puffer von zehn bis zwanzig Prozent einzuplanen.

Mit der Bestätigung des Energieeffizienz-Experten geht es zur Hausbank oder zu einem anderen Finanzierungspartner. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen schon vorher stattfinden, der Förderantrag muss aber vor der verbindlichen Beauftragung der Bauarbeiten gestellt werden. Für Tillmann war der KfW-Kredit 261 entscheidend: „Ohne die KfW-Förderung hätte ich mir als privater Vermieter die Sanierung nicht leisten können.“

Kredit Nr. 261: Wohngebäude-Kredit

Zinsbeispiel für einen Kredit über 120.000 Euro für die Sanierung zu einem Effizienzhaus 55: 2,72 % p.a. Sollzins und 2,75 % effektiver Jahres­zins bei 20 Jahren Laufzeit, 3 tilgungs­freie Anlauf­jahre und 10 Jahre Zins­bindung.

Bitte beachten Sie: Die Zinskonditionen orientieren sich auch bei Förder­krediten am Kapital­markt und werden laufend angepasst. Die Fest­legung erfolgt jeweils am Tag der Zusage bei der KfW. Dieser Zins­satz gilt dann für die Dauer der gesamten Zins­bindungs­frist.

Zinssatz: ab 2,05 Prozent effektivem Jahreszins

Wohneinheiten sind in einem abgeschlossenen Zusammenhang liegende und zu dauerhaften Wohn­zwecken bestimmte Räume in Wohn­gebäuden, welche die Führung eines Haushalts ermöglichen (eigener abschließbarer Zugang, Zimmer, Küche/Kochnische und Bad/WC). Als Wohn­einheiten in Wohn-, Alten- und Pflege­heimen gelten die Appartements bzw. Wohn­schlafräume der Bewohnenden. Küche und Bad können außerhalb dieser Wohn­einheiten liegen. In Heimen ist somit für alle Wohn­einheiten ein Zugang zu Küche, Badezimmer und Toilette ausreichend. Abweichend davon ist in Pflege­heimen der Zugang zu einer Küche nicht erforderlich.

Kreditbetrag bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit
Gefördert werden: Sanierung zum Effizienzhaus und Kauf eines frisch sanierten Effizienzhauses
Zielgruppe: Privatpersonen und Investoren

Der Tilgungszuschuss reduziert den zurückzuzahlenden Kredit­betrag und verkürzt somit die Lauf­zeit.

Vorteil: bis zu 40 Prozent Ersparnis durch Tilgungszuschuss
Laufzeit: bis zu 30 Jahre und bis zu 10 Jahre Zinsbindung

Bauen mit der KfW

Damit große Ideen nicht an den Kosten scheitern

Dmitrij und Björn zeigen, wie ein Neubau mit hohem energetischem Anspruch wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Tillmann macht aus einem Gründerzeithaus mit hohen Heizkosten ein zukunftsfähiges Effizienzhaus. Beide Projekte verdeutlichen: Energieeffizientes Bauen und Sanieren beginnt mit einer guten Planung. Die passende Förderung kann dabei den entscheidenden Unterschied machen.

Wer für seinen Neubau bereits eine Baugenehmigung hat, kann derzeit auch die befristete Förderung für Effizienzhäuser 55 prüfen. Sie soll bereits geplante Projekte schneller in die Umsetzung bringen und kann beantragt werden, solange die Bundesmittel reichen, spätestens bis zum 31. Dezember 2026.