t-online erklärt Gürtelrose

Warum ist Gürtelrose-Vorsorge so wichtig?

Sie beginnt scheinbar harmlos – mit Schnupfen, Jucken, Hautrötungen – und kann den Alltag völlig lahmlegen: Gürtelrose trifft viele Menschen plötzlich und meist heftiger als erwartet. Die Krankheit wird oft unterschätzt, weil sie wie ein einfacher Hautausschlag aussieht. In Wirklichkeit handelt es sich aber um eine Nervenerkrankung, die starke Schmerzen verursachen und über Wochen oder Monate nachwirken kann.

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…der Betroffenen entwickeln Spätfolgen wie langanhaltende Nervenschmerzen.

Fast jeder Dritte...

…in Deutschland erkrankt im Laufe des Lebens an Gürtelrose, besonders häufig Menschen über 50.

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…der Impfberechtigten sind nicht oder nur unvollständig gegen Gürtelrose geschützt.1

Stellen Sie sich vor: Sie genießen den Alltag, freuen sich auf den nächsten Urlaub oder auf Zeit mit Familie und Freunden. Plötzlich treten grippeähnliche Symptome auf. Ihre Haut beginnt zu brennen, ein stechender Schmerz zieht sich über eine Körperseite. Was harmlos beginnt, wird binnen weniger Tage zur anhaltenden Belastung: Schlaf wird schwierig, selbst leichte Berührungen schmerzen, der Alltag gerät aus dem Takt.

So kann Gürtelrose verlaufen, unerwartet, schmerzhaft, einschränkend, und das Leben nachhaltig verändern. Und doch ist vielen nicht klar, wie schwer die Erkrankung tatsächlich sein kann. Laut einer Umfrage halten 28 Prozent Gürtelrose für „nicht so schlimm“. 2 Außerdem glauben viele, nur sehr alte Menschen seien gefährdet oder ein gesunder Lebensstil biete ausreichend Schutz. Beides Irrtümer.

Habe ich ein erhöhtes Risiko für einen schweren Gürtelrose-Verlauf?

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Das Tückische:

Fast jeder Erwachsene ist im Risiko, an Gürtelrose zu erkranken

Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt, ist eine ernstzunehmende Virusinfektion, die das Nervensystem beRund 95 Prozent der Erwachsenen tragen das Virus, das Gürtelrose verursacht, bereits in sich. Die Virusinfektion, medizinisch Herpes Zoster, kann jederzeit auftreten, unabhängig von der Jahreszeit oder dem direkten Kontakt mit Erkrankten. Denn: Die Erkrankung entwickelt sich nicht wie bei vielen anderen Infektionen durch Ansteckung, sondern durch Wiedererwachen eines alten Erregers, der sich bereits im Körper befindet.trifft. Sie entsteht als Folge einer früheren Windpocken-Erkrankung und wird durch dasselbe Virus verursacht: das Varizella-Zoster-Virus.

Nach einer überstandenen Erstinfektion, die meist im Kindesalter auftritt, bleibt das Virus lebenslang im Körper. Es zieht sich in bestimmte Nervenknoten des Rückenmarks, die sogenannten Spinalganglien, zurück. Dort kann es Jahrzehnte lang inaktiv bleiben, aber jederzeit reaktiviert werden und in Form von Gürtelrose zurückkehren.

Ein bekanntes Virus, mit spätem Comeback

Auslöser für Gürtelrose ist das Varizella-Zoster-Virus – derselbe Erreger, der in der Kindheit Windpocken verursacht. Nach dieser überstandenen Erkrankung verbleibt das Virus dauerhaft im Körper.

Statt vollständig zu verschwinden, zieht sich der Erreger nach der Erstinfektion in die Spinalganglien zurück. Das sind Nervenknoten entlang des Rückenmarks. Dort verbleibt er über Jahrzehnte in einem inaktiven Zustand. Die Erkrankung bricht aus, wenn das Virus reaktiviert wird.

Das Virus erwacht
Normalerweise hält das Immunsystem das Varizella-Zoster-Virus in einem ruhenden Zustand. Diese natürliche Abwehrfunktion kann jedoch geschwächt werden, etwa durch starken, anhaltenden psychischen Stress, chronische Erkrankungen oder altersbedingte Veränderungen des Immunsystems. Ist die körpereigene Abwehr überlastet, gelingt es ihr nicht mehr, das inaktive Virus unter Kontrolle zu halten. Es kommt zu einem Ausbruch.

Die reaktivierten Viren wandern aus den Nervenknoten im Rückenmark entlang der Nervenbahnen in Richtung Hautoberfläche. Auf diesem Weg können sie die Nerven schädigen und so die typischen Schmerzen der Gürtelrose auslösen.

Der Körper reagiert mit ersten Anzeichen
Der Verlauf einer Gürtelrose und die Stärke der Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Häufig treten erste Anzeichen bereits auf, bevor der typische Hautausschlag sichtbar wird. In dieser frühen Phase kommt es oft zu sogenannten Vorboten: grippeähnliche Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen oder leichtes Fieber. Diese Symptome werden daher nicht selten zunächst mit einer Erkältung oder Grippe verwechselt.

Im weiteren Verlauf können brennende Schmerzen, Kribbeln, Jucken oder Missempfindungen auftreten. Diese betreffen meist ein klar begrenztes Hautareal und zeigen sich häufig nur auf einer Körperseite.

 

Auftreten des Hautausschlags
Nach etwa drei bis fünf Tagen macht sich die Entzündung an der Hautoberfläche bemerkbar: Häufig verläuft der Ausschlag streifen- oder gürtelförmig mit dicht beieinanderliegenden Bläschen einseitig am Oberkörper, vor allem im Bereich des Brustkorbs. Am Rumpf verläuft er typischerweise gürtelförmig – daher der Name Gürtelrose. Die kleinen Bläschen jucken, brennen oder schmerzen und können sich im Verlauf mit Flüssigkeit oder Eiter füllen. Platzt ein Bläschen auf, kann es bluten und später verkrusten.

Begleitend treten oft starke Nervenschmerzen auf, die als brennend, stechend oder einschießend beschrieben werden. Diese Schmerzen sind für viele Betroffene besonders belastend und können teilweise stärker empfunden werden als der Hautausschlag selbst.

Jetzt ist schnelles Handeln gefragt
Je früher eine medizinische Behandlung beginnt und die Ausbreitung der Viren gestoppt werden kann, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Deshalb ist schnelles Handeln gefragt: Bei anhaltenden, zunächst unspezifischen Schmerzen oder spätestens beim Auftreten eines Hautausschlags sollte umgehend die hausärztliche Praxis aufgesucht werden.

Eine Behandlung sollte innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome gestartet werden, um die Vermehrung der Viren wirksam zu stoppen. Die frühzeitige Diagnose ist jedoch nicht immer einfach, da die ersten Anzeichen einer Gürtelrose unspezifisch sein können, insbesondere dann, wenn die typischen roten Bläschen zunächst ausbleiben oder sich erst im späteren Verlauf zeigen.

Die Haut verheilt, die Schmerzen können bleiben
Wird rechtzeitig eine geeignete Therapie begonnen, trocknen die Bläschen in der Regel innerhalb von sieben bis zwölf Tagen aus und es bilden sich Krusten. Die Haut heilt meist vollständig ab. Die Nervenschmerzen können jedoch auch nach dem Abklingen des Hautausschlags weiterhin bestehen.

Mögliche Folgen: Fast jeder Dritte hat Komplikationen

Wer eine Gürtelrose überstanden hat, kann nicht automatisch aufatmen. Bis zu 30 Prozent der Betroffenen und damit fast jeder Dritte entwickelt Komplikationen, vor allem langanhaltende Nervenschmerzen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer Post-Zoster-Neuralgie.

Diese Schmerzen können auch dann bestehen bleiben, wenn der Hautausschlag längst abgeheilt ist. Sie werden häufig als quälend empfunden, können über Monate oder sogar Jahre anhalten und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Selbst ein Jahr nach der Erkrankung leiden noch zwei bis fünf Prozent der Betroffenen unter starken Beschwerden.

Risikofaktoren erkennen

Habe ich ein erhöhtes Risiko für einen schweren Gürtelrose-Verlauf?

Gürtelrose kann grundsätzlich jeden treffen, der in seinem Leben bereits an Windpocken erkrankt ist. Auch jüngere Menschen sind nicht ausgeschlossen, und eine Erkrankung kann sogar mehrfach im Verlauf des Lebens auftreten. Dennoch gibt es Personengruppen, bei denen das Risiko für eine Gürtelrose und einen schwereren Verlauf deutlich erhöht ist.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

Alter ab 50 Jahren

Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nach. Es werden weniger Antikörper gebildet, und auch die Abwehrzellen verändern sich. Dadurch kann der Körper Krankheitserreger insgesamt schlechter abwehren und das im Körper verbliebene Varizella-Zoster-Virus weniger effektiv unter Kontrolle halten. Das Risiko für eine Gürtelrose steigt deutlich an.

Chronische Erkrankungen

Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Rheuma, Krebs, Asthma oder der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD sind häufiger betroffen als Menschen ohne Vorerkrankung. Ihr Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, ist im Durchschnitt um etwa 30 Prozent erhöht.

Stress und körperliche Belastungen

Auch anhaltender psychischer Stress, starke emotionale Belastungen oder längere Erholungsphasen nach Krankheiten oder operativen Eingriffen können das Immunsystem schwächen. Dadurch wird eine Reaktivierung der ruhenden Viren begünstigt.

1. Alter ab 50 Jahren:
Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nach. Es werden weniger Antikörper gebildet, und auch die Abwehrzellen verändern sich. Dadurch kann der Körper Krankheitserreger insgesamt schlechter abwehren und das im Körper verbliebene Varizella-Zoster-Virus weniger effektiv unter Kontrolle halten. Das Risiko für eine Gürtelrose steigt deutlich an.

2. Chronische Erkrankungen:
Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Rheuma, Krebs, Asthma oder der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD sind häufiger betroffen als Menschen ohne Vorerkrankung. Ihr Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, ist im Durchschnitt um etwa 30 Prozent erhöht.

3. Stress und körperliche Belastungen
Auch anhaltender psychischer Stress, starke emotionale Belastungen oder längere Erholungsphasen nach Krankheiten oder operativen Eingriffen können das Immunsystem schwächen. Dadurch wird eine Reaktivierung der ruhenden Viren begünstigt.

In Deutschland erkranken rund 400.000 Menschen im Jahr an Gürtelrose.

Sie sind über 50 Jahre alt? Dann lassen Sie sich jetzt zur Gürtelrose-Vorsorge ärztlich beraten!

Gürtelrose-Vorsorge: Welche Möglichkeiten gibt es, sich zu schützen?

Eine Gürtelrose-Erkrankung kann schwerwiegender verlaufen, als viele vermuten. Zwar können Medikamente im Erkrankungsfall Beschwerden lindern und den Verlauf abschwächen, das Virus selbst verbleibt jedoch dauerhaft im Körper. Entsprechend greifen übliche Hygienemaßnahmen, wie sie zur Vorbeugung anderer Infektionskrankheiten empfohlen werden, hier nicht.

Der Vorsorge kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Wer mögliche Risikofaktoren kennt, kann frühzeitig gegensteuern – auch dann, wenn aktuell keine Beschwerden bestehen.

Was zur Vorsorge beitragen kann:

Gesunder Lebensstil

Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf unterstützen das Immunsystem. Auch Stressreduktion, bewusste Pausen und Entspannung spielen eine wichtige Rolle. Ein gesunder Lebensstil allein reicht jedoch nicht aus, um Gürtelrose zuverlässig vorzubeugen, denn selbst, wer sich aktiv und jung fühlt, hat ein erhöhtes Risiko für Gürtelrose.

Warnsignale ernst nehmen

Häufen sich Infekte, dauert die Erholung länger oder entsteht der Eindruck einer nachlassenden körperlichen Belastbarkeit, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Solche Veränderungen können auf ein geschwächtes Immunsystem hinweisen und damit auch auf ein erhöhtes Gürtelrose-Risiko.

Ärztliche Beratung

Ein zentraler Bestandteil der Vorsorge ist das ärztliche Gespräch. Dabei lassen sich individuelle Risiken einschätzen und geeignete Maßnahmen besprechen, um das Risiko einer Erkrankung sowie möglicher Langzeitfolgen zu verringern.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Gürtelrose für:

• alle Menschen ab 60 Jahren
•alle Menschen ab 18 Jahren mit einer schweren Grunderkrankung

Für diese Personengruppen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten der Impfung.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeiten der Vorsorge.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeiten der Vorsorge. Besonders, wenn Sie über 50 sind oder eine chronische Erkrankung haben. Denn: Wer gut informiert ist, kann frühzeitig handeln und schwere Krankheitsverläufe vermeiden.
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Quellen:

1
https://www.aekno.de/aerzte/rheinisches-aerzteblatt/ausgabe/artikel/2025/november-2025/impfquote-bei-guertelrose-gering

2 Shingles Misconceptions Map Survey (Australia, Brazil, Canada, China, Germany, India, Italy, Japan, Portugal, South Korea, United Kingdom, United States), Pollfish im Auftrag von GSK. 18. August 2023. (Data on file).